12. Oktober 2009

wochensatz 42/2009

Wochensätze zum Wochenstart heute aus Amewus Einzelkämpfer.

Einzelkämpfer könnt ihr euch über youtube hier anhören. Die Amewu myspace Seite ist unbedingt einen Klick wert, hier.

 

Leute meinen geh mit der zeit, doch ich bin irgendwie hängengeblieben

Hab ideale und gehör zu den menschen, die das kämpfen lieben

(…)

Ich zensier mich selbst, weil leute sonst mich für verrückt erklären

(…)

Freiheitskämpfer seit dem tag an dem man mich zur schule brachte und mir sagte- halt den mund denn das ist hier ne gute sache

(..)

Herr, gib mir etwas nebel , denn ich seh zu richtig

Ehrlich zu sich selbst zu sein, das ist doch hier eh nicht wichtig.

Mich aus dieser welt befreien, was denkst du wer du bist, verpiss dich, noch einer der denkt, dass er aus dem scheiß hier rauskommt, ihr seid witzig.

Freiheitskämpfer seit dem tag an dem man mich zum fremden machte, ich brauch keine heimat mehr, weil ich nicht mehr auf grenzen achte.

1. Oktober 2009

TOM -ein Kulturmuss

Tag der offenen Moschee (TOM)

am 3. Oktober von 11.00 bis 17.00 Uhr

Es ist wieder soweit! Vorurteile, Angst und Unwissenheit werden übermorgen wieder abgebaut, Muslime und Nichtmuslime werden ungezwungen in einem schicken Rahmen kommunizieren und Tee trinken.

Es folgt die TOM Pressemitteilung des KRM und der TOM Flyer.

Samstag, 19.09.2009

16.09.09: Ankündigung zum Tag der Offenen Moschee: „Moscheen – ein fester Teil der Gesellschaft 60 Jahre Bundesrepublik und seine Muslime“

Am 3. Oktober werden Moscheen in ganz Deutschland ihre Pforten zum „Tag der offenen Moschee“ öffnen.

Es werden mehr als 100 000 Besucher erwartet. Diese einzigartige Aktion geht auf eine im Jahre 1997 gestartete Initiative des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zurück. Inzwischen ist der „Tag der offenen Moschee“ eine Institution geworden, an der hunderte Moscheen aller islamischer Religionsgemeinschaften Jahr für Jahr teilnehmen.

Dieses Jahr lautet das Motto „Moscheen – ein fester Teil der Gesellschaft 60 Jahre Bundesrepublik und seine Muslime“.
Als Anlage erhalten Sie auch den aktuellen Flyer und das Plakat, die auch auf den Homepages der Religionsgemeinschaften heruntergeladen werden können.

Mit Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Büchertischen, Folklore und vielen unterschiedlichen Programmen laden die Moscheegemeinden zum Gespräch mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern und empfangen sie in gewohnter Gastfreundschaft.

Im Vordergrund zum „Tag der offenen Moschee“ stehen Begegnungen, Gespräche und der Abbau von Vorbehalte und Ängste. Nur wer in respektvollen Umgang mit seinen Nächsten auch Raum für Begegnungen und Fragen lässt, kann den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und so die gesamtgesellschaftliche Entwicklung fördern.

Der KRM hofft, dass diese Tausenden Begegnungen, die man am 3. Oktober erwartet, zu Brücken des Dialogs und des besseren Verständnisses werden!

Welche Moscheegemeinden am Tag der offenen Moschee teilnehmen, erfahren sie auf den Internetauftritten der entsprechenden islamischen Religionsgemeinschaften

Dr. Ayyub A. Köhler
(Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, KRM)


TOM 09

28. September 2009

wochensatz 40/2009

Wochensatz zum Wochenstart heute wieder aus einem Iskender Pala Buch.

Meşhûrdur ki fısk ile olmaz cihân harâb
Eyler anı müdâhane-i âlimân harâb

*Izzet Molla

(–> Fitneler ve bozgunculuklar yüzünden degildir harab olamsi dünyanin; Onun cökmesine sebep, en basta alimlerin (yöneticelere) yaltaklanmalaridir.)

24. September 2009

offenplatt, U-Bahnsituation, hintenrumm, nurputze, Angriff der blutrünstigen Medien

Diskriminierung. Diskriminierung ist ein blödes Wort. Eigentlich stiftet dieses Wort nur Unheil. Eigentlich kann man damit nicht viel anfangen. Dieses Wort ist genau so nützlich wie das Wort Integration. Gut für „Seifenblasenphrasen“  (Ich verweise hier noch einmal auf Julian Heun). Aber meiner Unfähigkeit wegen ein bessere Bezeichnung für die Probleme, die ich tagtäglich aufgrund meiner Identität erlebe, zu finden, bin ich auf dieses Wort angewiesen, gar abhängig davon. Ich schaffe es nicht, zu unterlassen es zu benutzen.

Also, „Diskriminierung“. Die „Diskriminierung“, die ich erlebe ist schwer für andere fassbar nach außen zu transportieren, weil sie sich sehr unterschiedlich äußert. Dennoch  will ich versuchen die „Diskriminierung von Muslimen“ in Berlin auf persönliche Erfahrungen beruhend konkret darzustellen. Es folgt ein nach Empfinden gestufter Text über Diskriminierungsformen, denen ich und einige mehr unterliegen  -so werde ich und so werden einige viele mehr disrikriminiert…

einfache Diskriminierungsform: das „offenplatt“

Die einfachste Form der Diskriminierung ist das von mir sogenannte „offenplatt“, es äußert sich offen und platt :) . Zum Beispiel direktes, blödes Beschimpfen auf offener Straße, wie in meinem Artikel „Anatolien  in Berlin Mitte“.  Man wird „nur“ verbal angegriffen, man trägt keine physischen Schäden davon und man wird dadurch nicht in der eigenen Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Man wird „nur“ beleidigt. Damit umzugehen ist nicht allzu schwierig: einfach ignorieren, darüber stehen, es nicht an sich heran lassen. Mit der Zeit und der dankbaren Kontinuität der Beleidigungen wegen, gewöhnt man sich echt unglaublich und vorallem schnell daran. Man kennt es ja aber auch teilweise gar nicht anders. Man lernt, dass es „normal“ ist, blöd angemacht zu werden. Auf offener Straßen einfach so beleidigt zu werden, das ist normal.

schwieriger: „U-Bahnsituation“

Schwieriger jedoch ist die von mir sogenannte „U-Bahnsituation“. Beispiel: Damals,  Schulschluss, Wilmersdorf, ich steige in die Bahn, ich setze mich, die Bahn wird stiller, alle glotzen mich an und tun so als ob sie es nicht täten, ich merke das natürlich, tue aber so als ob ich das nicht täte  -weil folgendes in meinem Kopf vorgeht: „Warum glotzen die? Hab’ ich was an der Nase? Ach Tûba, spinn doch nicht rumm, die kommen doch erst gar nicht soweit mit dem Blick nach unten voran, die bleiben doch bestimmt an dem Meter Tuch an deinem Kopf hängen, und denken sich ‘Eine Schülerin mit Kopftuch, scheint auch noch modern zu sein, sie hat Jeans uns Sneakers an, aber wie geht das??! Türken erlauben ihren Kindern so was doch nicht, oh, die Arme, sie musste sich bestimmt mit ihren Eltern anlegen und für ihre Freiheiten  kämpfen.’ Ach Tûba, jetzt spinnst du aber wirklich, was unterstellst du denn den armen Menschen, vielleicht finden sie auch nur dein Kopftuch so schön und den Islam interessant und würden dich jetzt am liebsten ausquetschen über Gott a.k.a. Allah und den Propheten…“ Der Umgang mit der „U-Bahnsituation“ ist echt schwierig: Du wirst anderes, meist schlechter behandelt, aber du weiß nicht wie damit umzugehen, weil du kein konkretes Indiz für den genauen Grund deines schlechter behandelt Werdens hast –es könnte einfach an deiner Person liegen, aber auch an deiner muslimischen Identität oder auch einfach am gut gemeinten Interesse.

noch schwieriger: das „hintenrum“

Noch schwieriger ist das von mir sogenannte „hintenrum“. Das Hintenrum –das ist wenn du genau weißt, es einfach weißt, dass du aufgrund deiner muslimischen Identität schlechter behandelt wirst als solche ohne muslimische Identität, aber keinen, wirklich keinen Indiz dafür hast, dir nichts in die Hand gegeben wird womit du argumentieren, dich verteidigen oder deine Rechte einfordern könntest. Beispiel: Schule, Unterricht, du kommst gut klar, sehr gut sogar, meldest dich fleißig, schreibst gute Klausuren, hast eine gute Kommunikation mit deinem Lehrer und mit den Schülern, dein Lehrer äußert keine Kritik an dir –aber dann, bei der Notvergabe wird die Note 2 nicht gegönnt, stattdessen immer eine 3+. Im Vergleich mit anderen, im Rückblick auf die sowohl qualitative als auch quantitative Teilnahme am Unterrichtsgeschehen, im Austausch mit Mitschülern –weiß du ganz genau, du hast diese Note nicht verdient, du verdienst eine bessere Note, dir wurde hintenrum eine schlechte Note aufgedrückt und du kannst nichts dagegen tun. Außer bei deinem Lehrer die Note die du verdienst zu erbetteln, und vielleicht, vielleicht –wenn du Glück hast, gibt der Lehrer von Schuldgefühlen geplagt dir doch die Note, die du verdienst, aber tut währenddessen so als ob du es nicht tätes und es ein gnädiges Geschenk seinerseits wäre um so sein Ego und seine Lust an deiner Unterdrückung zu retten. Ich kann echt ein Liedchen davon trällern. Ich wette –und ich wette eigentlich aus Prinzip nicht, dass mein Abischnitt ohne das „hintenrum“ mindestens um 1/3 (!) besser gewesen wäre. Hätte ich doch im Englischunterricht besser den Irakkrieg verteidigen sollen, anstatt ihn zu kritisieren. Das „hintenrum“ ist echt schwierig.

noch viel schwieriger: das „nurputze“

Noch viel schwieriger ist das von mir sogenannte „nurputze“. Ich finde verdammt noch mal keinen Freizeitjob! Ich darf nicht an der Kasse arbeiten, mich will kein Becker (nicht einmal Kanackenbecker in Kreuzberg), Kellnern –da darf ich oft erst gar nicht rein ins Cafe geschweige denn mitarbeiten! Aber putzen darf ich. Es ist fremd, das ein Kopftuch tragende Frau bei Lidner Schrippen verkauft, dafür hat das Kopftuch eine „viel zu starke symbolische Bedeutung“ -aber putzen darf sie, das ist ja nicht fremd, seit den 60ern wird der Laden ja von Ayse geschrubbt –und die macht das immer so schön sauber und ohne zu meckern oder mehr zu wollen. Oh ja, alle die behaupten,  das das Kopftuch oder die muslimische Identität nicht riesig auf dem Arbeitsmarkt einschränke, haben keine Ahnung, haben echt keine Ahnung. Haben echt keine Ahnung, wie stark eingeschränkt man bei der Berufsentscheidung ist und dass man ständig unter dem Druck steht besser als die „Deutschen“ sein zu müssen, weil du nur dann, wenn überhaupt, eine Chance hast. Klar, wenn der Chef die Auswahl hat zwischen Max und Mustafa wird er sich für Max entscheiden, falls Max wirklich nicht wesentlich schlechter abgeschnitten hat als Mustafa. Das ist so. Auf dem Arbeitsmarkt ist eine muslimische Identität nicht gewollt, entweder du legst sie ab und kommst an einen guten Job oder du stehst dazu und musst ständig kämpfen.

am schwierigsten: „Angriff der blutrünstigen Medien“

Am schwierigsten, wirklich mit Abstand am schwierigsten, das was dich an die Grenzen treibt, was dich zur Weißglut bringt, das was dich wirklich fertig macht, was dir den letzten Nerv raubt und dich bewegungsunfähig macht ist der permanente, rücksichtslose, vermarktete „Angriff der blutrünstigen Medien“ (und das sage ich als großer Medienfan). Man will nach einem Tag beginnend mit „hintenrum“, weiter verlaufend mit„U-Bahnsituation“, anschließender „nurputze“ und zu guter Letzt „offenplatt“sich einfach nur vor die Glotze legen, blöd Fern gucken und abschalten –aber dann folgt der „Angriff der blutrünstigen Medien“. „Heute bei Schniegel TV :Ehrenmorde, Beschneidungen, Terror –wie gefährlich ist der Islam?“ düdüüüüüw. Oder bei Manke Knill „Iran –eine Scharia ergreift die Welt“.

HÖRT AUF! ich hab echt keine Lust mehr, hört auf. bitte…

tûba.

23. September 2009

Asad/Weiss Neuerscheinungen -ein Kulturmuss!

Habe gestern vom Pathmos Verlag eine Infomail bekommen -seit Monatg (21.09.2009)  gibt es nach der der tollen Muahammas Asad/Leopold Weiss Dokumentation „Die Reise nach Mekka“  endlich auch die Autobiographie und  ungefähre Koranübersetzung Asads, erstmals auf Deutsch. Muhammed Asad war DER europäischmuslimische Intelektuelle des 20. Jahrhunderts.

Weil ich jetzt nicht die Muße habe selber einen eigenen Artikel zu schreiben, folgt die (zu wünschen übrig lassende) Pressemitteilung des Pathmos Verlags mit einem Hinweis auf ein Expertengespräch mit Wilfried Hofmann, Elmar Theveßen und weiteren  am 4. November.

NEUERSCHEINUNGEN ZUM 21. SEPTEMBER

Zwei Werke von Muhammad Asad/

Autobiographie und Asads Koranübersetzung erstmals auf Deutsch/

Veranstaltung am 4. November in Berlin

„Asads Koranübersetzung hauchte dem Koran neues Leben ein. Er paarte seine intellektuellen Erfahrungen aus dem Westen mit seinen Islamkenntnissen.“ Malise Ruthen, Schriftsteller

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

Muhammad Asad ist einer der bedeutendsten muslimischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Sein Weg führte ihn aus der Welt seiner jüdischen Familie und aus Europa in die muslimische Welt nach Arabien.

Der bedeutende Islamgelehrte, geboren als Leopold Weiss, 1900–1992, eine Leitfigur fortschrittlicher Muslime, übersetzte und kommentierte den Koran für die westliche Welt ins Englische. Nun liegt die Übersetzung erstmals in deutscher Sprache vor.

Zur Autobiographie: Lebendig und spannend schildert Asad seine Bekehrung in Berlin, seine abenteuerlichen Wüstenerfahrungen in Arabien, die Verstrickung in die politischen Verhältnisse der Zeit und die Beteiligung am Freiheitsstreben der islamischen Länder. Wahrscheinlich gibt es kein Buch – außer dem Koran selbst –, das den Islam in ähnlicher Weise Millionen von Menschen nahe gebracht hat.

Koranübersetzung: Seine hervorragende Übertragung ist die einzige, die wiederum in viele andere Sprachen übersetzt wurde. Damit erlangte sie Weltruhm. Die Einzigartigkeit der Übersetzung ist darin begründet, dass Muhammad Asad das Klassische Arabisch ebenso beherrschte wie die Dialekte der Beduinenstämme. Dadurch schuf er eine historisch authentische Übertragung, und machte den Koran durch seine Erläuterungen im Kommentar für die westliche Welt wirklich verständlich.

Hinweisen möchte ich Sie auf eine Veranstaltung über Muhammad Asad, sein Werk, und was es heute aktuell macht. Darüber sprechen:

Dr. Murad Wilfried Hofmann (Diplomat, kannte Asad persönlich)

Elmar Theveßen (Terrorismus-Experte des ZDF)

Prof. Peter Heine (Islamwissenschaftler der Humboldt-Universität Berlin)

Moderation: Kristiane Backer (Fernsehmoderatorin, konvertierte zum Islam)

Datum: 4. November 2009 | Beginn: 19.30 Uhr

Ort: Urania | An der Urania 17 | 10787 Berlin

Über eine Ankündigung der Veranstaltung würden wir uns freuen.

Gerne schicke ich Ihnen Rezensionsexemplare zu.

Mit besten Grüßen,

Alexandra Hahn

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21. September 2009

wochensatz 39/2009

ab heute jeden Montag zum Wochenstart auf  ]şeb°[ einen Satz der Woche, den Wochensatz

Wochensatz zum Wochenstart heute aus İ skender Palas erstem Roman Babil’de Ölüm İstanbul’da Aşk


Ey dil hele âlemde bir âdem yoğ imiş

Var ise de ehl-i dile mahrem yoğ imiş

Gam çekme hakikatte eğer ârif isen

Farz eyle ki el’ an yine yoğ imiş

*Nef-î


(–> manasi: Ey Gönül! Helle su dünyada adam gibi adam yokmus. Var ise de gönülden anlayan bir sirdas bulunmuyormus. Eger bilge isen, su dünya icin asla gam cekme ve tut ki dünya diye bir sey de zaten yok imis.)

14. September 2009

löp löp

Ich liebe die türkische Sprache –eine Sprache voll von Leben, Herz, Wissensreichtum, Mensch, Erhabenheit und Humor. Insbesondere haben es mir die, ich weiß nicht wie sie korrekt heißen, Adjektivdoppeldingsis sehr angetan. Ich versuche in meinem Alltag, immer wenn jemand oder ich ein Adjektivdoppeldingsi benutzt es in mein Skizzenbuch zu notieren.

Das ist meine bisherige Sammlung:

  • dazır dazır
  • haril haril
  • heril heril
  • hörül hörül
  • fosur fosur
  • şarıl şarıl
  • şeril şeril
  • şıril şıril
  • dır dır
  • küfür küfür
  • püfür püfür
  • efil efil
  • car car
  • ışil ışil
  • lokur lokur
  • hörül hörül
  • löp löp
  • ivil ivil

Fallen euch noch welche ein?


tûba.

13. September 2009

„Hört auf!“ reloaded

Ja, ich habe es nicht sein lassen könne. Ja, ich konnte die Aussagen im Hört auf! (findest du hier unter es geht los) wie anfangs gewollt doch nicht nicht kommentiert lassen. Es folgt Hört auf! -reloaded.

„Hört auf! -reloaded“

Hört auf!

Hört auf mir einzureden, dass ich es mir nur einbilden würde, dass die Diskriminierung, Ausgrenzung, Erniedrigung, die ich erfahre reine Einbildung sei und dass ich die eigentlich böse bin, die  für all’ die Angst und all’ das Leid verantwortlich ist.  Oh ja -und ob ich Tag für Tag diskiminiert, ausgegrenzt und erniedrigt werden, oh ja -ich bin hier das Opfer und möchte auch endlich den Status eines Opfers genißen dürfen, er steht mir zu!

Hört auf mich zu provozieren. Ich werde nicht darauf eingehen!

Hört auf mich als Kopftuchmädchen zu benennen. Ich habe auch einen Namen, Tûba.

Hört auf mir den Status einer migrantischen Deutsch Türkin zuzuweisen. Ich bin ein Berliner!

Hört auf zu sagen: „oh -dafür sprechen Sie aber gut deutsch“. Verdammt, ja, was sonst?!

Hört auf mich in der U-Bahn anzuglotzen, nein –ich muss Sie enttäuschen, ich werde nicht ALLAHUAKBAR schreien und mich in die Luft sprengen.

Hört auf zu fragen: „Wo kommen Sie denn her?“. Aus Fuxhafen, verdammt!

Hört auf zu „fragen“:  „Tûba, boa ist dir nicht voll heiß unter dem  Kopftuch?!“ . Neeeein, es gibt etwas, das nennt sich Seide!

Hört auf zu sagen:  „Also, ich hab ja nix gegen Kopftücher und Ausländer, aber…“ Aber was, ist okey -du darfst Vorurteile haben, steh dazu, sag: „Tûba, ich hab das Gefühl, dass Türken so sind, woran mag das liegen, warum fühl ich so, stimmt das sogar?“ , das ist okey, rede mit mir darüber!

Hört auf im Ramadan statt Interesse Mitleid zu zeigen. Nein verdammt, Gott quält und knechtet mich nicht, er will nur, dass ich nur innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens esse/trinke und mit meinem Ego kämpfe.

Hört auf zu sagen: „Tûba, du bist doch strenggläubig, darfst du überhaupt raus, so zum Ausgehen?“. Verdammt, nicht strenggläubig -sondern überzeugt und reflektiert praktizierend, deswegen, ja klar -geh ich aus, solange ich dadurch mir selber und meinem Umfeld keinen Schaden zufüge.

Hört auf zu sagen: „Tûba , du als türkische Muslima –was sagst du dazu, dass ihr Frauen steinigt, die Demokratie abschaffen und dafür die „Schariah“ einführen und den heiligen Krieg wollt!?!!“. Hört auf mich für alle sprechen zu lassen, ich komm ja auch nicht auf den Gedanken zu sagen: „Lisa, du als blonde Deutsche…“. Und Frauen steinigen, Demokratie abschaffen, Krieg -das kann man nicht wollen.

Hört auf, hört auf, hört auf!

Ich will nicht mehr. Ich will mich nicht mehr zu  so unterbelichteten und in keinsterweise reflektierten Fragen/Aussagen äußern müssen. Ich will nicht mehr.

Ich kann noch, ich  werde auch weitermachen, werde weiterkämpfen, werde weiterhin mich wehren, ich werde weiterhin stolz gegen Diskriminierung und vor allem Unwissenheit vorgehen –aber ich will nicht mehr, ich habe echt keine Lust mehr.

…hört auf…  bitte.

tûba.

13. September 2009

Die Nächte des Ramadan -ein Kulturmuss

Endlich,Berlin ist soweit. Endlich, Ramadan findet in Berlin Würdigung. Endlich,kulturelles Abendprogramm nach dem Fastenbrechen auch in Berlin.

Die ersten Die Nächte des Ramadan laden ein zu Konzerten, Lesungen, Museumsführungen, Schattentheater, Podiumsdiskussionen und mehr.

Schade jedoch, dass in die Veranstaltungsorganisation keine muslimischen Verbände miteinbezogen wurden, so hätte man das Programm sowohl inhaltlich als auch organisatorisch für Muslime ansprechender und für Nichtmuslime mehr authentisch gestalten können.

Programm & Infos hier.
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8. September 2009

in Küze auf ]şeb°[

Habe mich endlich satt fotografiert und wieder Appettit auf Schreiben bekommen.

Kafegeschichten von Anselm Meier, unglaubliche Zivilcourage von Hümeyra Cicek, Freiheitsgedanken von mir und Antworten auf „Hört auf“ folgen in Kürze!

tûba.